07.09.2012

Silber nach packendem Krimi

Deutsches Team unterliegt China denkbar knapp mit 2:3 

 

Was für ein Krimi: Das deutsche Rollstuhl-Tischtennisteam der Wettkampfklassen 1-3 hat gegen Favorit China nach einem packenden Finale über zweieinhalb Stunden denkbar knapp mit 2:3 verloren. Damit haben Thomas Schmidberger, Thomas Brüchle, Jan Gürtler und Holger Nikelis die Silber-Medaille geholt. Beide Teams begeisterten in der Londoner Excel-Arena mit hochklassigem Tischtennis, nahezu jeder Satz war hart umkämpft. Schmidberger und Brüchle boten den starken Chinesen um den Weltranglistenersten und Paralympics-Sieger im Einzel, Panfeng Feng, mehr als nur Paroli und lieferten ihnen einen tollen Fight. „Leider ist das Happy-End ausgeblieben, aber wir können die Halle erhobenen Hauptes verlassen. Wir haben es geschafft, dass die Chinesen nervös wurden und bis an ihre Grenzen gehen mussten“, resümierte Trainer Michele Comparato. Schmidberger sorgte mit seinem 3:1-Sieg gegen Ping Zhao für einen Auftakt nach Maß, anschließend unterlagen sowohl Brüchle als auch Schmidberger dem stark aufspielenden Feng. Durch Brüchles 3:1-Erfolg gegen Zhao fiel die Entscheidung über Gold erst im Doppel. Der erste Satz ging mit 11:9 noch an das deutsche Duo, danach sicherten sich die Chinesen mit drei knappen 11:8-Satzgewinnen allerdings Platz eins.

Nach kurzer Enttäuschung erntete das deutsche Team auf der Ehrenrunde den verdienten Beifall für ein spektakuläres und intensives Finale. Schmidberger: „Erstmal ist man natürlich etwas geknickt, aber das Gefühl verwandelt sich schnell in Freude, wenn man bedenkt, was wir hier geleistet haben.“ Er habe bei seiner Paralympics-Premiere nach Bronze im Einzel nun Silber im Team geholt und sei mehr als zufrieden. Auch Brüchle zeigte sich nach seinem paralympischen Debüt glücklich. „Ich habe die Kulisse in der Halle sehr genossen. Das war Gänsehaut-Feeling. Wir haben gegen ein sehr starkes chinesisches Duo verloren und müssen anerkennen, dass sie noch einen Tick besser waren.“ Bundestrainer Wieland Speer zollte seinen Spielern ein großes Kompliment für den großen Kampf. „Es war eine tolle Leistung. Wir waren ganz nah an Gold und es hat sich gezeigt, dass wir ein Team mit Zukunft haben.“ Für die deutschen Tischtennisspieler war es bereits die vierte Medaille in London. Bronze ging an Frankreich. (Bericht DBS)

 


  

Pleite gegen junge Briten, zufriedenstellende Bilanz

Die fünfte Medaille für Deutschlands Tischtennisspieler ist ausgeblieben. Im Spiel um Bronze verlor das Team der Wettkampfklassen 6-8 (Jochen Wollmert, Thorsten Schwinn, Thomasz Kusiak und Thomas Rau) in der Londoner Excel-Arena gegen das junge britische Team mit 0:3. Vor den Augen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft unterlag Thorsten Schwinn (WK 7) im ersten Spiel gegen Ross Wilson (WK 8) mit 0:3. Mehr dazu lesen Sie bitte unter: www.dbs-npc.de/paralympics-nachrichten/items/pleite-gegen-junge-briten-zufriedenstellende-bilanz.html


 

Im Finale winkt Gold

Tischtennis: Ein Team spielt um den Paralympics-Sieg, das andere um Bronze

Tischtennisspieler aus NRW im Goldrausch

Holger Nikelis gewinnt hochverdient im Finale gegen den Franzosen Ducay

Mit Nikelis und Ducay trafen in der Wettkampfklasse 1 die beiden Rollstuhl-Tischtennisspieler aufeinander, die sich den Platz an der Spitze der Weltrangliste teilen. Die ersten beiden Sätze dominierte der Kölner Holger Nikelis klar und demonstrierte sich in bester Form. Im dritten Satz kämpfte sich der Franzose in das Spiel und erzwang diesen Punkt für sich.

Das deutsche Team reagierte prompt,Nikelis änderte seine Taktik und konnte so tolle Aktionen setzen. Letztendlich konnte er damit relativ deutlich die Partie für sich entscheiden und holte sich mit einem klaren 3:1-Sieg (11:4, 11:6, 3:11, 11:6) die Goldmedaile. Herzlichen Glückwunsch!

 

Konzentiert bei der Sache: Holger liess nichts anbrennen

Auch schwierige Bälle brachte Nikelis sicher ins Ziel

Tipps vom Coach Charlie haben Holger den Rücken gestärkt

Eigentlich eher ein cooler Typ, aber der Schrei musste raus!

Trost für den Gegner, der ein fairer Verlierer war.

 


 

Jochen Wollmert besiegt den Briten Bayley im Finale

NRW-Sportministerin Ute Schäfer war morgens erst aus Düsseldorf angekommen und konnte gleich beim ersten Besuch eines Wettkampfes den Gewinn einer Goldmedaille duch Jochen Wollmert erleben! 

Er hat wieder zugeschlagen: Tischtennisspieler Jochen Wollmert (BS Solingen) hat in der Wettkampfklasse 7 zum dritten Mal nach Sidney 2000 und Peking 2008 Paralympics-Gold im Einzel gewonnen. Vor einer sensationellen Kulisse in der Excel-Arena bezwang der 47-Jährige den Londoner Lokalmatadoren William Bayley mit kühlem Kopf und einer beeindruckenden Vorstellung. Nach dem 3:1-Sieg (11:8, 4:11, 11:5, 11:4) in einer packenden und hochklassigen Partie mit spektakulären Ballwechseln bejubelte Wollmert ausgelassen seine zehnte Medaille bei seinen sechsten Paralympics – und rannte mit der Deutschland-Fahne quer durch die Halle, nachdem er seinen am Boden zerstörten Kontrahenten aufgebaut hatte. „Die Halle brannte förmlich und ich liebe diese Atmosphäre. Es war mein Traum in England gegen einen Engländer das Finale bestreiten zu dürfen. Dass ich es dann im zarten Alter von 47 auch noch gewinne, hatte ich vorher nicht unbedingt erwartet", bilanzierte Wollmert. Trainer Hannes Doesseler schüttelte ungläubig den Kopf – auch, weil nach dem Sieg sein Zopf dran glauben muss: „Jochen ist ein sensationeller Turnierspieler. Es ist unfassbar, dass er es wieder geschafft hat, auf den Punkt so gut in Form zu sein – zumal er in den vergangenen Jahren gegen viele Spieler, die er hier geschlagen hat, keine gute Bilanz hatte."

Mit seiner großen Erfahrung zeigte Wollmert gegen den 23 Jahre jüngeren Briten eine konzentrierte Leistung, entschied viele wichtige Punkte für sich und machte wenige Fehler. „Ich hatte während des Endspiels wie im gesamten Turnier ein gutes Gefühl und habe gespürt, dass William vor dieser Kulisse nervös war, aber natürlich um jeden Punkt gekämpft hat. Nach dem Sieg hatte ich Tränen in den Augen. Diese Momente machen Lust auf mehr", betonte Jochen Wollmert.(QUELLE: DBS-NPC)

 

Weitere Infos unter http://www.dbs-npc.de/paralympics-nachrichten/items/nikelis-und-wollmert-silber-ist-schon-sicher.html

 


 

Guter Auftakt für Deutsche Tischtennis Spieler 

Die deutschen Tischtennis-Spieler haben am ersten Wettkampftag der Paralympics einen guten Auftakt hingelegt. In den zwölf Partien feierte das Team von Bundestrainer Wieland Speer sieben Siege.

Aus NRW trat Stephanie Grebe (Wettkampfklasse 6) an, die sogar schon zwei Wettkämpfe bestritten hat. Während sie im ersten Wettstreit einen 3:0-Sieg gegen die Australierin Rebecca McDonnell erreichte, unterlag sie am Abend hingegen Yuliya Klymenko (Ukraine) mit 1:3.

Ebenfalls erfolgreich bestritt Holger Nikelis (WK1) sein erstes Spiel gegen den Schweizer mit 3:0. Thomasz Kusiak aus Köln musste leider eine Niederlage hinnehmen (WK 6/1:3 gegen den Italiener Raimondo Alecci).

Paralympics-Sieger Jochen Wollmert (WK 7) hingegen bezwang seinen ersten Gegner Zbynek Lambert aus Tschechien mit 3:1.

Alle Einzelheiten rund um die Tischtenniswettkämpfe und Qualifikationen erfahren Sie unter  http://www.dbs-npc.de/paralympics-nachrichten/items/guter-auftakt-fuer-tischtennis-spieler.html

 


 

 Artikel der NRZ unter:

Stephanie Grebe- An Bronze vorbeigeschmettert

 


 

DBS - Tischtennis-Team für Paralympics steht fest

12 Spieler und 8 Betreuer dürfen sich auf London freuen

Seit Samstag ist es offiziell. Alle Sportler, Trainer, Physiotherapeuten und Offiziellen wurden vom National Paralympic Committee (NPC) zu den Paralympics in London nominiert. Diese Entscheidung traf die Nominierungskommission des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) am späten Nachmittag in Berlin, nach Vorschlägen der jeweiligen Bundes- und Cheftrainer in 15 Sportarten.

Vom 29.08. bis 09.09.2012 finden in London die XIV. Paralympischen Sommerspiele statt. Etwas mehr als zwei Wochen nach dem Ende der XXX. Olympischen Spiele treffen sich rund 4.200 Sportlerinnen und Sportler aus 160 Nationen in 20 Sportarten in der britischen Hauptstadt. In der Sportart Tischtennis sind es insgesamt 276 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zwölf davon aus Deutschland.

Die ersten TT-Spiele beginnen am Vormittag des 30. August im ExCel im Osten Londons, in dem auch noch die Sportarten Judo, Gewichtheben, Boccia, Sitzvolleyball und Fechten ausgetragen werden. Die letzten Endspiele enden am 8. September.

Der amtierende Weltmeister Holger Nikelis (aus Köln), die Vizeweltmeister Werner Burkhardt (Bayreuth), Selcuk Cetin (Bad Kreuznach), Dietmar Kober (Bischberg) und Thomas Schmidberger (Viechtach) sowie die Europameister Thomas Brüchle (Lindau), Jan Gürtler (Berlin), Thomas Rau (Fehmarn) und Thomasz Kusiak (Braunschweig), die EM-Bronzemedaillengewinnerin Steffi Grebe (Heidgraben) sowie der Weltranglistenvierte Thorsten Schwinn (Münster in Hessen) und last but not least der amtierende Paralympics-Sieger Jochen Wollmert (Stuttgart) werden in London ihr Bestes geben, um eine Medaille zu erzielen. Erster Ersatz ist die Vize-Europameisterin Juliane Wolf, die noch nachrückt, wenn eine Spielerin ihrer Wettkampfklasse 8 ausfallen sollte.

Bundestrainer Wieland Speer (Heusenstamm) führt das Betreuerteam im Tischtennis an. Cotrainerin Sarah Textor (Limburg) und die Cotrainer Michele Comparato (Wiesbaden), Hannes Doesseler (Ratingen), Thomas Knossalla (Limburg), Charly Weber (Kassel) sowie die Physiotherapeuten Conny Blase (Bochum) und Angelika Lütkenhorst-Weibring (Bocholt) gehören zur Begleitgruppe.

„Die Vorfreude auf London ist sehr groß. Einige Spieler haben nach Bekanntgabe überschwänglich gejubelt. Nun gilt es beim letzten Leistungslehrgang vom 26. bis 29. Juli in Lobbach den Feinschliff zu bekommen, um bei den Paralympics mindestens so erfolgreich zu sein, wie vor vier Jahren in Peking. Damals gewannen die deutschen Tischtennisspieler einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Das sollte uns aufgrund der zuletzt guten Resultate auch gelingen, meint Bundestrainer Wieland Speer.“

 

Für alle Interessierten findet am Sonntag, den 29. Juli ab 10.00 Uhr in der Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach ein öffentliches Training der Nationalmannschaft statt, zu dem die Bevölkerung und die Medienvertreter gern eingeladen sind, um Autogramme und Interviews zu erhalten oder auch mal mit einem Nationalspieler zu trainieren.

 

Das Gruppenfoto zeigt die Tischtennis-Nationalmannschaft mit Trainern und Physiotherapeuten. Auf dem Bild fehlen die beiden Spieler Thomas Brüchle und Thomas Kusiak.

Foto von Wieland Speer
 

 


 

Jochen Wollmert schlägt auch in London auf!               

 

Am vergangenen Samstag wurde es offiziell. Jochen Wollmert wurde vom Nationalen Paralympischen Komitee (NPC) zu seinen sechsten Paralympics nominiert. Diese Entscheidung traf die Nominierungskommission am späten Nachmittag in Berlin, nach Vorschlag durch den Cheftrainer Wieland Speer.

Vom 29.08. bis 09.09.2012 finden in London die XIV. Paralympischen Sommerspiele statt. Etwas mehr als zwei Wochen nach dem Ende der XXX. Olympischen Spiele treffen sich rund 4.200 Sportlerinnen und Sportler aus 160 Nationen in 20 Sportarten in der britischen Hauptstadt. In der Sportart Tischtennis sind es insgesamt 276 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und in der Startklasse 7 (leichtere Behinderung an Armen und Beinen) werden mit Wollmert insgesamt 18 Sportler um die Medaillen kämpfen.

Dabei wird jedes Spiel fast ein Endspiel sein. Die Vorrunde im Einzel wird in 3er-Gruppen gespielt und nur der Gruppensieger erreicht das Viertelfinale. Als Nummer 5 der Welt ist Jochen Wollmert zwar als Gruppenkopf gesetzt, erwartet aber mit den Spielern von Platz 7 bis 12 härteste Konkurrenz um den Gruppensieg. Die an 13 bis 18 Platzierten dürften dagegen etwas leichter sein, allerdings von Freilos keine Spur. Gelost werden die Gruppen übrigens erst kurz vor Beginn der Spiele, wahrscheinlich am 27. August und sein erstes Match bestreitet Wollmert am Nachmittag des 30. August.

„Es war mein Ziel die Paralympics in London zu erreichen. Nun habe ich das als „Tischtennis-Opa“ der Startklasse 7, meine Gegner könnten fast alle meine Kinder sein, geschafft. Es war nicht leicht auch mit 47 Jahren immer wieder mitzuhalten und dagegen zu halten. Durch ein kontinuierliches Training mit meinem Heimtrainer Volker Ziegler aus Lehenweiler konnten wir die Basis für die Qualifizierung und Nominierung schaffen. In den nun kommenden fünf Wochen wird noch einmal Vollgas gegeben, auch wenn es manchmal nicht leicht fällt, doch der Einmarsch vor 80.000 einem zujubelnden Menschen im Olympiastadium während der Eröffnungsfeier am 29. August, lässt einen das schnell vergessen machen,“ führt Jochen Wollmert begeistert aus.

Jochen Wollmert geht übrigens nicht nur im Einzel an den Start sondern auch im Team mit seinen Mannschaftskameraden Thomas Kusiak aus Köln, Thomas Rau von der Insel Fehmarn und Thorsten Schwinn aus Darmstadt. Sowohl im Einzel- als auch im Teamwettbewerb ist eine Medaillenchance gegeben und er selber träumt von einem Einzelfinale gegen den Briten William Bayley. Dann hätte er nämlich bei seinen sechsten Paralympics fünfmal hintereinander das Finale erreicht und würde wie in Peking erneut den Lokalmatador herausfordern.