Paralympics 2012: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Deutschen Haus

Die Schirmherrin der BSNW-Inklusionsprojekte nahm sich ausgiebig Zeit für die Teilnehmer des Projektes „Inspiration"

 

Inklusion ist ein Schwerpunkt der nordrhein-westfälischen Landespolitik. Doch die Politik kann diese Aufgabe nicht alleine bewältigen. Hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert, sagte die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft bei einem Treffen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des BSNW-Inklusionsprojekts „Inspiration" am 7.9. im Deutschen Haus bei den Paralympics in London.

Inklusion sei auch Aufgabe des organisierten Sports – und da sei bei den Sportverbänden und den Vereinen  in NRW bereits vieles in Bewegung, so die Ministerpräsidentin weiter. Mit seinen drei Projekten „Challenge", „Inspiration" und „Excellence" zeige der Behinderten-Sportverband NRW, wie der abstrakte Begriff Inklusion mit Leben gefüllt werden kann und dass der Sport ein unverzichtbarer Baustein in einer inklusiven Gesellschaft ist. Deshalb habe sie gerne, die Schirmherrschaft über die Projekte übernommen.

Und wie gerne sie die Schirmherrschaft übernommen hat, zeigte sich einmal mehr beim Zusammentreffen mit Jugendlichen Inspiration-Teilnehmern – sie nahm sich ausgiebig Zeit. Um mit den Schülerinnen und Schüler aus Oberhausen zu reden. Dabei entpuppte sich die Ministerpräsidentin als Politikerin die zuhören konnte und wissen wollte.  "Wir sind zu einer großen Gruppe geworden", erklärt Silvia, "und kommen supergut miteinander klar." Ihr Gegenüber hat anfangs Unterschiede gesehen zwischen "normalen und Behinderten". Aber jetzt sei "es ganz normal, dass jemand dabei ist, der zum Beispiel im Rollstuhl sitzt". Und  Alessia wünscht sich, dass die Menschen akzeptieren, "dass wir nicht anders sind, sondern alle gleich" - egal, ob jetzt einer im Rollstuhl sitze oder nicht. Wahrscheinlich, so Hannelore Kraft nachdenklich, sei es das Beste, ganz unten, sprich in der Kita anzufangen. Damit es von Anfang an normal sei, mit Menschen mit Behinderung zusammenzuleben und zu arbeiten, "dann verliert man nämlich auch die Scheu." Am Rande der Leichtathletik-Wettkämpfe hat sie viele Gespräche geführt, viele Schicksale gehört und auch mitgenommen: "Wie schnell man in eine solche Situation kommen kann.

 

Schon nach kurzer Zeit plaudern Jugendliche und Ministerpräsidentin wie alte Bekannte. Über Zukunftspläne, Sportvorlieben, sie erzählt ein bisschen von ihrem Sohn, der jetzt in Kanada studiert und den sie, obwohl er schon 19 ist, schweren Herzens hat ziehen lassen. Die jungen Leute haben natürlich auch ein Anliegen. In der nächsten Woche feiert die LVR-Förderschule in Oberhausen offiziell ihren neuen Namen: Christoph-Schlingensief-Schule. Es wäre prima, wenn Hannelore Kraft dann dabei sein könnten. Wer vorher aufmerksam zugehört, weiß, dass das kaum klappen wird. Denn die Regierungschefin hat Termine fast rund um die Uhr, bis Ostern ist der Terminkalender voll. "Aber wenn ich es nicht schaffe, zu kommen, dann bekommt ihr von mir auf jeden Fall einen schönen Brief."

  


 

London, 3. September 2012

Inklusion im Sport

NRW-Abend im Deutschen Haus

Landesregierung, LSB und BSNW machen sich stark für eine inklusive Gesellschaft

„Die größte Herausforderung ist, dass die Inklusion im Bewusstsein der Menschen ankommt“, das sagte die NRW-Sportministerin Ute Schäfer, beim NRW-Abend, am 2. September 2012 im Deutschen Haus in London. „Inklusion im Sport“ war daher auch das Thema des Abends und der Talkrunde, zu dem die Landesregierung NRW, der LandesSportbund NRW (LSB) und der Behinderten-Sportverband NRW (BSNW) geladen hatten. In NRW arbeiten Landesregierung, Behinderten-Sportverband und Landessportbund eng in Sachen Inklusion zusammen. Dabei sei man auf einem guten Weg, so Schäfer weiter, aber es gebe noch sehr viel zu tun. Gisela Hinnemann, Vizepräsidentin des LSB unterstrich die Aussage der Ministerin „Wir im LSB müssen unsere Verein dazu animieren, die Inklusion in ihre Vereine zu integrieren – und diese gleichzeitig dabei unterstützen, dass sie inklusiven Sport anbieten können“. 

Angesprochen auf Inklusion im Leistungssport sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher: „Inklusion bedeutet Teilhabe – auch an sportlichen Leistungen“. Diese stünden gerade bei den Paralympics im Mittelpunkt und machten den Reiz der Paralympics aus.

Reinhard Schneider, Vorsitzender des BSNW deutete auf die vom BSNW initiierten Inklusionsprojekte „Challenge“, „Inspiration“ und „Excellence“ hin. „Mit unseren Projekten haben wir intensiv Inklusion betrieben. So wurde beim gerade abgeschlossenen Segel-Projekt „Challenge“ unter Beweis gestellt, wie leistungsfähig Menschen mit Behinderung seien. Nur gemeinsam mit ihnen konnte es gelingen, die Tenacious von Emden nach London zu segeln. Hier sei gelungen was Inklusion auch bedeute, nämlich Verständnis füreinander zu entwickeln. Diese Aussage konnte Annika Sprakel nur bestätigen. Die jugendliche Seglerin hatte selbst am Projekt „Challenge“ teilgenommen. „Es war einfach toll“, schwärmte sie. Jeder hatte seine Aufgaben und wurde dabei unterstützt, egal ob behindert, oder nicht behindert. Die Crew sei auf das Engste zusammengewachsen. Angetan von diesem Projekt zeigte sich auch Ministerin Schäfer: “Ich bin beeindruckt von dieser Mannschaftsleitung, vor allem weil es auch eine Generation übergreifende Aktion war – schließlich waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 14 und 73 Jahren alt. Das ist wirklich gelebte Inklusion“. 

Ähnlich beeindruckt zeigte man sich auch von den anderen beiden Inklusions-Projekten „Inspiration“ und „Excellence“. „Gemeinsam Sport treiben, das funktioniert sehr gut, meinte der Nachwuchsathlet und „Excellence“-Teilnehmer Erik van den Loog. Die entsprechenden Spielregeln seien schnell entwickelt, damit auch wirklich jeder mitmachen könne.

Nina Kohlenbrenner, „Inspiration“-Teilnehmerin berichtete über die Erfahrungen, die sie gemacht hat. „Wir gehen aufeinander ein und helfen einander. Jeder wird so akzeptiert, wie er ist und wir gehen mittlerweile völlig ungezwungen miteinander um, für mich ist das das schönste, was wir in dem Projektjahr erreicht haben“.

Tolle inklusive Erlebnisse, von denen beim NRW-Abend im Deutschen Haus berichtet werden konnte, ein Abend an dem auch deutlich geworden ist, dass die Landesregierung NRW den BSNW als Partner in ihrem Vorhaben zu einer inklusiven Gesellschaft zunehmend wahrnimmt.

NRW-Sportministerin Ute Schäfer mit BSNW-Projektteilnehmern im Deutschen Haus

 


 

London, 30. August 2012

Erschöpft – aber glücklich: Challenge-Crew nach unvergesslichen Segeltörn in London von Bord gegangen

„Das war Inklusion vom Feinsten“

Eine tolle Idee, ein besonderes, unvergessliches Erlebnis, eine große Herausforderung gemeinsam gemeistert", schrieb die Vizepräsidentin Leistungssport des Landessportbundes NRW, Gisela Hinnemann, in das Gästebuch des Behinderten-Sportverbandes NRW (BSNW). Das Buch lag anlässlich des Empfangs des BSNW, dem „Klönschnack“ an Bord der Tenacious aus. Rund 50 geladene Gäste waren gekommen, die die Gelegenheit nutzen wollten, das Schiff zu besichtigen und aus erster Hand zu erfahren, was die Crew während der Seefahrt erlebt hat. Der größte Teil der Crew war zu dieser Zeit bereits auf der Heimreise, denn am Morgen nach dem Besuch der Eröffnungsfeier der Paralympics, endete das Projekt Challenge.

Vor der Abfahrt richtete das BSNW Vorstandsmitglied, Schatzmeister Michael Schneider, selbst Mitglied der Mannschaft ein paar Worte des Dankes an die Segelkameraden. Sichtlich gerührt hörten die Teilnehmer, wie hervorragend sich das Projekt aus Schneiders Sicht entwickelt hat und welche Prozesse er in der Gruppe, aber auch bei den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmern während der Fahrt beobachtet hat. Auch Peter Roberts, der erfahrenste Segler an Bord bedankte sich für das außergewöhnliche Erlebnis und fand anerkennende Worte für die positive Entwicklung, die sich bei den Teilnehmern gezeigt hat und für die Gruppenprozesse, die die Fahrt zu etwas ganz Besonderem haben werden lassen.

Geflaggt in den Farben des BSNW war der Segler bereit für den Empfang der Gäste, deren einhellige Meinung, nach ausgiebigen Gesprächen mit den noch vier anwesenden Crewmitgliedern fest stand. „Das war Inklusion vom Feinsten!“ Gekommen waren unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Botschaft in London, Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Behindertensports von der Bundes- und der Landesebene, die sich beim "Klönschnack" über alle drei Inklusionsprojekte des BSNW informierten. Besondere Gäste waren die dreiköpfige Delegation der Gold-Krämer-Stiftung mit Johannes Ruland, dem Vorsitzenden des Vorstands der Stiftung. Johannes Ruland war sichtlich beeindruckt von der Tenacious, den Geschichten über den Crew-Alltag und führte intensive Gespräche mit jungen Sportlerinnen und Sportlern, die seine Stiftung im Rahmen des BSNW-Excellence Projektes fördert.
Aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales war der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (MdB) gekommen. Der Politiker zeigte sich von der Idee und der Umsetzung des Challenge Projektes begeistert, was er in einer spontanen Ansprache an die Klönschnack-Gäste unterstrich. Gleiches gilt für Hubert Hüppe. Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen war beeindruckt, vom Schiff, den Geschichten der Crew und von den insgesamt drei Inklusions-Projekten Challenge, Inspiration und Excellence. Hüppe lobte den BSNW und seine Partner für ihr großartiges Engagement.
Jetzt konzentriert sich der BSNW auf die beiden anderen Inklusionsprojekte und den großartigen Sport, bei den Paralympics in London.

 


Duisburg/Emden, Freitag, 24. August 2012 

Das Abenteuer beginnt - „Challenge-Crew“ unter Segeln auf dem Weg zu den Paralympics nach London

Das wohl abenteuerlichste und zugleich spektakulärste Inklusionsprojekt des Behinderten-Sportverbands Nordrhein-Westfalen (BSNW) „Challenge“, das unter der Schirmherrschaft der NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft anlässlich der Paralympics durchgeführt wird, ist gestartet. Entsprechend groß war auch die Spannung, gemischt mit riesiger Vorfreude bei der Verabschiedung der 36 köpfigen Crew am Freitag in Duisburg und in Emden.

Dass es eine echte „Challenge“ – also Herausforderung ist, darüber sind sich die Teilnehmer und Organisatoren einig, denn was hier stattfindet ist alles andere als eine gemütliche Kreuzfahrt – hier sind echte Seemannschaft und Teamgeist gefragt. Die Besonderheit ist dabei die Zusammensetzung der Crew. 24 behinderte und nicht behinderte junge Menschen bilden einen Teil der Besatzung, die die beeindruckende „Tencious, einen barrierefreien Dreimaster mit einer Länge von 65 Metern, von Emden nach London segeln.

„Dieses Projekt und damit der fantastische Segeltörn, der vor Euch liegt, ist wirklich etwas ganz Besonderes“, freute sich Reinhard Schneider, Vorsitzender des BSNW und selbst passionierter Segler. Bei der Verabschiedung der Mannschaft in Duisburg, dort traf man sich, um gemeinsam via Bus nach Emden zu fahren, hob Schneider die einzigartige Herausforderung und das Abenteuer „Hochsee“ hervor. „Eure gemeinsamen Aufgaben an Bord und die damit verbundene Rücksichtnahme setzen gegenseitiges Vertrauen und gegenseitigen Respekt voraus. Das sind die Grundlagen für eine inklusive Gesellschaft, an der wir gemeinsam arbeiten wollen.“

„Niemanden mehr ausschließen. Jedem die Möglichkeit bieten, die für seine individuellen Voraussetzungen geeignet sind. Das ist die Idee der Inklusion“, unterstrich Gisela Hinnemann, Vize-Präsidentin des Landessportbundes NRW, die Zielsetzung des Projekts. Das Challenge-Projekt zeige auf, wie der abstrakte Begriff Inklusion im Sport praktisch gelebt wird, so Hinnemann weiter.

Auch der Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung des Landes NRW, Norbert Killewald, ist von „Challenge“ begeistert. Er zeigte sich davon überzeugt, dass es eine großartige Reise wird, bei der jeder Einzelnen seinen Platz einnehmen und seine Aufgaben erfüllen werde, gleichgültig ob behindert oder nicht behindert.

Auf die gebührende Verabschiedung in Duisburg folgte am Mittag dann der gebührende Empfang in Emden. Gekommen waren unter anderem, die beiden Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen Viola von Cramon-Taubadel und Maria Klein-Schmeinck, sowie Vertreter des Stadtrates von Emden.

Tenacious-Kapitän Simon Catterson ließ in seiner kurzen Begrüßung keinen Zweifel daran, dass es eine echte Seefahrt und keine Kreuzfahrt wird. „Alle müssen sofort mit anpacken – und jeder wird hier seine Aufgaben haben“, stimmte er die Mannschaft auf die Fahrt ein 

 


 

Montag, 20. August 2012

Vortreffen des BSNW-Projekts Excellence in Köln: 

Die Vorfreude der Nachwuchssportler auf England ist groß 

In anderthalb Wochen beginnt für 30 junge Sportler und Sportlerinnen eine aufregende Zeit: Im Rahmen des Excellence-Projekts, initiiert durch den Behinderten-Sportverband NRW (BSNW), fahren die Nachwuchstalente zu den Paralympischen Spielen nach England.

Excellence ist eines von drei Projekten des BSNW zum Themenkomplex „Inklusion“, mit dem Ziel, das gemeinsame Training von behinderten und nicht behinderten Sportlern sowie die Zusammenarbeit zwischen den Fachverbänden und dem Behindertensport zu fördern. Zum Auftakt erleben einige BSNW-Kaderathleten aus den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Sitzvolleyball gemeinsam mit Nachwuchssportlern ohne Behinderung die Paralympics 2012 in London.

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuer erstmals zum Kennenlernen im Gästehaus der Deutschen Sporthochschule Köln. Bei Sport, Spielen und Gesprächen in schönstem Sonnenschein war das Eis zwischen den Teilnehmern schnell gebrochen: Die Gruppe fand sich gut zusammen und hatte viel Spaß - quer durch alle Sportarten, Einschränkungen hin oder her. Natürlich erhielten die Gruppenmitglieder auch erste Informationen zu Unterbringung und Ablauf des Camps. In England bewohnen die Projekt-Teilnehmer Zimmer auf dem Campus der University of Kent in Canterbury, wo sie auch die Möglichkeit haben, gemeinsam zu trainieren.

Das Kernstück von Excellence bilden aber die Besuche der paralympischen Wettkämpfe in London. Dort können die Nachwuchs-Athleten das Flair dieses Mega-Events hautnah erleben und die deutschen Paralympioniken unterstützen, was sicherlich jede Menge Motivation für das eigene Engagement im inklusiven Sport geben wird. Die Vorfreude auf dieses gemeinsame Erlebnis war auf dem Vortreffen in Köln bereits eindeutig zu spüren.

Nach einem gemütlichen Abend auf den Jahn-Wiesen gingen die Excellence-Teilnehmer am Sonntagvormittag wieder auseinander –doch nicht für lange. Bereits am Dienstag, den 28. August 2012, machen sich die Jugendlichen mit ihren Betreuern auf den Weg zu zwei spannenden Wochen in England.

 


 

Freitag, 20. Juli 2012 

 Minister Guntram Schneider besucht die BSNW Geschäftsstelle

Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider, hat heute, am 20.7.2012 die Geschäftsstelle des BSNW in Duisburg besucht, um sich aus erster Hand über die Inklusionsprojete des BSNW zu informieren. Für Guntram Schneider und die Landesregierung von NRW stehen wir am Beginn einer Entwicklung, hin zu einer inklusiven Gesellschaft. Der Weg dahin wird lang sein und zunächst müssen Barrieren in den Köpfen der Bürger fallen. Im Sport sieht der Minister eine große Chance, nicht nur behinderte und nicht beinderte Menschen zusammanzuführen, sondern auch Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Glaubens.

Besonders das Challenge Projekt hält der Minister für geeignet, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Inklusion machbar ist. In der Ausgabe 8 unseres Magazins "aktiv dabei" werden wir ausführlich über das Gespräch mit dem Minister berichten, der federführend an der Landesiniative "nrw-inklusiv" arbeitet.

 


 

Dienstag, 17. Juli 2012

Münster ganz im Zeichen der Paralympics

Schwimmerin Vera Thamm hat London 2012 fest im Blick

BSNW beschreitet mit „BSNW goes London“ neue Wege in Richtung Inklusion

Ganz im Zeichen von Paralympics und Inklusion stand die Pressekonferenz des Behinderten-Sportverbandes Nordrhein-Westfalen (BSNW), die am Dienstag, den 17. Juli 2012 in der DJK-Sportschule in Münster durchgeführt wurde.

„An den Paralympics in London teilzunehmen, das ist mein Traum“, sagte Vera Thamm. Die Qualifikation hat die Spitzen-Schwimmerin bereits in der Tasche und gab interessante Einblicke in ihren Trainingsalltag. Zwanzig Stunden trainiert sie in der Woche und dies neben ihrem Studium. Kaum ein Tag, der nicht mit Sport beginnt und damit auch endet. Mit speziellen Athletik-Übungen trainiert sie Hüft-, Bauch-, Rücken- und Schultermuskeln. „Wenn man keine Arme und nur ein Bein hat, musst du alles mobilisieren, was dich nach vorne bringt“, so die Studentin. Wie fit und mobil sie ist, demonstrierte Thamm eindrucksvoll beim öffentlichen Training im Freibad der DJK-Sportschule. Auf die Frage, ob sie es sich vorstellen könnte, eines Tages inklusiv – also gemeinsam mit nicht behinderten Athletinnen und Athleten zu trainieren meint die Schwimmerin: „ Ja, das kann ich mir in einer geeigneten Gruppe durchaus vorstellen. Ich halte inklusives Training generell immer für eine gute Sache, da dies eine gute Gelegenheit ist, um gegenseitige Berührungsängste und Vorurteile abzubauen.“

BSNW goes London – Projekte im Zeichen der Inklusion

„Der Sport, als eine der größten gesellschaftlichen Bewegungen, ist aufgerufen, sich an der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu beteiligen und Inklusion zu ‚bewegen‘. Mit unseren Projekten ‚Challenge‘, ‚Inspiration‘  und ‚Excellence‘ wollen wir zum Umbau der Sportlandschaft in Sinne der Inklusion in NRW beitragen“, erklärt Dieter Keuther, Projektleiter von „BSNW goes London“.

Excellence - Inklusion im Spitzensport

Die Ziele der UN- Behindertenrechtskonvention für den Sport sind nicht nur Barrierefreiheit und die Möglichkeit der Teilhabe, sondern auch die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Spitzensport. Das Projekt „Excellence“ des BSNW stellt sich dieser Aufgabe, indem es das gemeinsame Training von Sportlern mit und ohne Behinderung fördert. Als Auftakt hierzu wird der BSNW zusammen mit dem Schwimm-Verband NRW, den Leichtathletikverbänden Nordrhein und Westfalen sowie dem Westdeutschen Tischtennisverband Sportler zu den Paralympics nach London entsenden. Diese werden von 2013- 2016 gemeinsam trainieren und so Inklusion praktisch umsetzen. Später können diese Sportler eine Multiplikatorenfunktion für den Ausbau des gemeinsamen Trainings übernehmen und so zum Ziel der Inklusion beitragen, die Verantwortung für den Leistungssport von Menschen mit Behinderung nach und nach an die Fachverbände zu übergeben.


Challenge

Gemeinsam wollen Jugendliche mit und ohne Behinderung zu den Paralympics nach London reisen- unter Segeln. Der Großsegler Tenacious ist barrierefrei: Ein sprechender Kompass, Aufzüge, Hinweisschilder in Brailleschrift und die weitere Ausstattung erlauben es allen Teilnehmenden, sich frei zu bewegen. So kann jeder dazu beitragen, dass die Tenacious pünktlich zur Eröffnungsfeier der Paralympics am 29. August an der Canary Wharf in London einläuft. Auf der Überfahrt werden die Jugendlichen durch Teamgeist und die Übernahme von Verantwortung zu einer Mannschaft zusammenwachsen und auf diese Weise Inklusion leben. Auch Vertreter der Wirtschaft sind mit an Bord: Indem sie die Umsetzung des paralympischen Mottos „Spirit in Motion“ durch Menschen mit Behinderung erleben, lernen sie deren Leistungsfähigkeit kennen und schätzen und können so an ihrer Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt mitwirken.

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Wir sehen es als unseren Auftrag an, den behinderten Menschen alle gesellschaftlichen Möglichkeiten zu eröffnen, die auch nicht Behinderte haben. Wir wollen, dass behinderte Menschen ein möglichst normales Leben führen können“, unterstreicht Annette Traud, Referatsleiterin für die LWL-Förderschulen und  stellvertretende Jugenddezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) „Das beinhaltet auch, wie beim Projekt ‚Challenge‘, dass behinderte Jugendliche gemeinsam mit nicht behinderten in der Gruppe als Team agieren.“ Gerade die besondere Situation auf einem Großsegler biete dafür sehr gute Voraussetzungen.

„Miteinander und voneinander lernen, Verständnis füreinander entwickeln - dafür bietet dieses Projekt eine phantastische Möglichkeit", erklärt Sebastian Sokolowski das Engagement der Apotheker in Nordrhein-Westfalen für das Projekt.

„Wir sind von den Projekten einfach begeistert und davon überzeugt, dass sie für den Weg in eine inklusive Gesellschaft maßgeblicher Mitgestalter sein können, hier bei uns in NRW. Deshalb berichten wir als Medienpartner auch regelmäßig in unserer Kundenzeitschrift GLÜCK über die Projekte des BSNW.“, so Bodo Kemper, Sprecher von Westlotto.
 

 


 

Duisburg, 28. Juni 2012

Inklusion und Begeisterung pur 

Inspiration-Team besucht „Dirty Dancing“ im Metronom Theater Oberhausen  

Der Besuch des Musicals „Dirty Dancing“ bildete den krönenden Abschluss für das Inspiration-Team so kurz vor den Sommerferien und bevor es sich auf den Weg zu den Paralympics Ende August nach London macht. Möglich gemacht hat diesen Besuch das Metronom Theater Oberhausen. „Uns allen im Metronom Theater ist es wichtig auch den Behindertensport und den Inklusionsgedanken des Projekts zu unterstützen, um damit einmal mehr die Motivation für den Besuch der Paralympics zu fördern“, sagt Kristina Frinke, Pressesprecherin des Metronom Theaters Oberhausen. So wurde es möglich, dass die 40 behinderten und nicht behinderten Jugendlichen sowie ihre Betreuer, die sich seit Beginn des noch laufenden Schuljahres einmal wöchentlich treffen, um sich gemeinsam auf ihren Besuch bei den Paralympics vorbereiten, ein Musical vom allerfeinsten erleben durften. 

Dabei standen gefühlvolle Romantik, feurige Rhythmen und spektakuläre Tänze im Mittelpunkt. „Ich hatte streckenweise eine richtige Gänsehaut, schwärmt Luca, ein jugendlicher Rollifahrer und Inspiration-Teilnehmer. „Es war einfach wunderschön, die Music, die Tänze, das Bühnenbild, begeistert sich auch Melek, die, wie die meisten des Inspiration-Teams, so etwas noch nicht erlebt hatten. Nur strahlende Gesichter, so das Resümee der Veranstaltung. 

Begeistert zeigte sich auch Beate Schröder, Lehrerin und Betreuerin des Projekts. „Das Musical war wirklich großartig“, lobte auch sie. Allerdings sei es noch großartiger zu sehen, wie die Gruppe zum wirklichen Team zusammengewachsen sei und das „Wir“ an Form gewinnt. 

 


 

 Duisburg, 20. April 2012 

60 junge Menschen als „Botschafter“ für gelebte Inklusion 

Mit Street Dance, Fechten und jeder Menge Spaß zu den Paralympics nach London 

Street Dance, die paralympische Sportart Fechten und Informationen rund um das Thema Inklusion waren Kern der Veranstaltung, am Freitag, dem 20. April, in der Förderschule Sterkrade in Oberhausen. Teilnehmer waren über 60 junge Menschen mit und ohne Behinderung, die sich gemeinsam auf den Weg zu den Paralympics machen, die Ende August in London stattfinden, um das sportliche Großereignis live mitzuerleben. Die jungen Menschen, das sind Schülerinnen und Schüler der Förderschule Oberhausen des Landschaftsverbandes Rheinland, der Gesamtschule Weierheide Oberhausen und vom Behindertensportverein Oberhausen, die am Projekt „Inspiration“ teilnehmen und von 20 Bundesfreiwilligendienstlern (Bufdis) beziehungsweise Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJler), die ihren Dienst in einem Sportverein in NRW absolvieren und am Projekt „Bridging the Gap“ teilnehmen.

Diese beiden Projekte, initiiert vom Behindertensport-Verband NRW (BSNW) und der Landessportjugend, wurden nun zusammengeführt. Die jungen Projektteilnehmer lernten einander kennen und dies umrahmt von einem bunten Programm, bevor sie sich gemeinsam auf die doch etwas ungewöhnliche Reise nach London machen.

 

Street Dance und Fechten

Beim Street Dance-Workshop war sehr schnell klar: Sich rhythmisch zur Musik bewegen, das geht mit und ohne Rollstuhl gleichermaßen, macht Spaß und gute Laune. Unter fachkundiger Anleitung geht dies natürlich noch besser. Tanztherapeut John Little, Referent beim BSNW, instruierte die jungen Tänzerinnen und Tänzer gekonnt und mit sehr viel Elan. Der ehemalige Starlight Expresse-Darsteller erklärte von Bewegung zur Bewegung die einzelnen Tanzeinheiten, die die Akteure begeistert umsetzten.

Nicht weniger begeistert zeigten sich die Teilnehmer vom Rollstuhlfechten. Jugend-Nationaltrainer Lars Pickardt und Leistungsfechterin und Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft, Vanessa Siegel, gaben vertiefende Einblicke in diese elegant anmutende Sportart– und diese nicht nur theoretisch, sondern vor allem praktischen. Denn mittels eines Parcours wurde eine Trainingseinheit simuliert, bei der alle Projektteilnehmer mit großem Engagement und Interesse mitmachtgemacht haben. Bei einem kleinen Showkampf erfuhren die Teilnehmer was sie erwartet, wenn sie bei den Paralympics einen Wettkampf besuchen. „Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer ist, ein hängendes Seil mit dem Florett zu treffen – und als es dann doch geklappt hat, habe ich mich riesig gefreut,“ erklärte Inspiration-Teilnehmer Max mit strahlendem Lächeln.

 

Beeindruckt zeigte sich auch Andreas Stahl, Leiter des Büros für Chancengleichheit der Stadt Oberhausen. „Es ist einfach schön, dass ein solch tolles Projekt mit so vielen Jugendlichen in Oberhausen stattfindet“. Diese Auffassung vertrete nicht nur er, sondern auch der Oberbürgermeister von Oberhausen, Klaus Wehling, dessen herzliche Grüße Stahl übermittelte.

 

„Inspiration“ und „Bridging the Gap”

Aber warum ist es eine ungewöhnliche Reise? Zwei Projekte werden hier miteinander verknüpft. Bei dem Projekt „Inspiration“ machen sich 40 Jugendliche mit und ohne Behinderung aus Oberhausen machen sich gemeinsam auf den Weg zu den Paralympics 2012. Die Jugendlichen planen dabei ihren Aufenthalt in London völlig gleichberechtigt. Auf den Weg gebracht und begleitet wird das Projekt vom BSNW. Seit September 2011 treffen sich die Jugendlichen mit ihren Lehrern und Betreuern jeden Mittwoch in der LVR-Förderschule Sterkrade, um dieses Projekt zu planen und auszuarbeiten. Dabei gilt es die Landesgeschichte zu erkunden, die Historie der Paralympics zu beleuchten, die paralympischen Sportarten kennenzulernen. Der Begriff der Inklusion wird mit Leben gefüllt.

Und was verbirgt sich hinter “Bridging the Gap”? Auch im Jahr 2012 führt die Sportjugend NRW in Zusammenarbeit mit dem BSNW ein Jugendcamp durch. Unter Aspekten der Inklusion sollen junge Menschen mit und ohne körperliche Behinderung aus NRW während der Olympischen Sommerspiele gemeinsam das Jugendlager und sportliche Events erleben. Über drei Wochen wird den Jugendlichen ein buntes Programm in Sachen Olympischer Spiele geboten. Neben dem Besuch von mindestens zwei Wettkämpfen, stehen Workshops, Ausflüge und sportliche Aktivitäten im Vordergrund. So lernen die Teilnehmer beispielsweise Behindertensportarten wie Blindenfußball oder Rollstuhlbasketball näher kennen und können diese auch ausprobieren. Inklusion in Theorie und Praxis, heißt die Devise. Die an Bridging the Gap teilnehmenden Bufdis und FSJler machen sich im Anschluss daran mit „Inspiration“ auf den Weg nach London, um hier einmal mehr Inklusion zu (er)leben, darüber zu lernen und schließlich auch, um unterstützend zur Seite zu stehen.  

                                                                


 

Duisburg, 25 Januar 2012

43. boot Düsseldorf – ganz im Zeichen der Inklusion 

Mit „Challenge“ reisen Jugendliche mit und ohne Behinderung als Windjammer-Crew zu den Paralympics nach London 

„Challenge“ ist das englische Wort für Herausforderung und einer Herausforderung der ganz besonderen Art werden sich Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam stellen. Zusammen werden sie einen Großsegler als Crew nach London steuern, um dort an der Eröffnungsfeier der Paralympics Ende August teilzunehmen. Ein aufregendes und auch Aufsehen erregendes Vorhaben, dass der Behinderten-Sportverband NRW (BSNW) als eines seiner Inklusionsprojekte in Sachen Paralaympics 2012 entwickelt hat. Entsprechend begeistert zeigten sich auch die Partner von „Challenge“, die das Projekt am 25. Januar auf der boot Düsseldorf in der Wassersportarena Halle 14 präsentierten. Die Partner. Das sind das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, der Landschaftsverband Rheinland (LVR), der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL),die Deutsche Parkinson Vereinigung e. V., der BVS – Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern e. V., die Messe Düsseldorf, die Vermögens Manufaktur Opta Data, und der Seglerverband NRW.

„Wir sehen es als unseren Auftrag an, den behinderten Menschen alle gesellschaftlichen Möglichkeiten zu eröffnen, die auch nicht Behinderte haben. Wir wollen, dass behinderte Menschen ein möglichst normales Leben führen können, unterstreicht Dr. Wolfgang Kirsch, Direktor des LWL. „Das beinhaltet auch, wie beim Projekt ‚Challenge‘, dass behinderte Jugendliche gemeinsam mit nicht Behinderten in der Gruppe als Team agieren.“ Gerade die besondere Situation auf einem Großsegler biete dafür sehr gute Voraussetzungen, sind sich die beiden Landschaftsverbände sicher. Kirsch: „Miteinander lernen und voneinander lernen, Verständnis füreinander entwickeln, dafür bietet dieses Projekt eine phantastische Möglichkeit.“ 

„Inklusion ist eine Aufgabe für alle staatlichen Ebenen und alle gesellschaftlichen Bereiche. Der LVR hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, auch bewusstseinsbildend in der Öffentlichkeit zu wirken, deshalb engagieren wir uns auch bei diesem tollen Projekt „Challenge“, sagt der begeisterte Dezernent für den Bereich Schulen beim LVR, Michaels Mertens. 

Was geschieht bei „Challenge“ ganz konkret? 

Zwölf behinderte und zwölf nicht behinderte Jugendliche über 16 Jahre begeben sich als Crew auf die Fahrt mit einem Großsegler – der Tenacious. Der 65 Meter lange Windjammer, mit einer Masthöhe von über 37 Metern, legt am 24. August in Emden ab, um pünktlich zur Eröffnungsfeier der Paralympics am 29. August 2012 in London Canary Wharf – Westinida Docks anzulegen. Komplettiert wird die Crew von fachkundigen Seglern sowie zwölf Paten aus der Wirtschaft und von Organisationen inklusive eines Arztes. 

Um als Mannschaft ein solches Schiff segeln zu können, ist Inklusion Programm und Notwendigkeit. Gefordert sind Teamgeist, Selbstdisziplin, Rücksichtnahme – aber auch das Übernehmen von Verantwortung, die unter diesen extremen Bedingungen gelernt und auch gefördert werden. Bei den Arbeiten an Deck und im Segelbetrieb kommt es vor allem auf gemeinsames umsichtiges Handeln an und setzt gegenseitiges Vertrauen voraus, dass sich an Bord als relativ kleinem Raum, schnell entwickeln kann. 

„Ich freue mich riesig auf die Fahrt“, erklärt Annika Sprakel. „Ich betreibe als Jugendliche Segeln zwar selbst als Sport, aber unter diesen Voraussetzungen ist es Abenteuer pur. Einmal die Reise als solche, aber auch wie sich das Miteinander zwischen den behinderten und nicht behinderten Crewmitglieder gestalten wird. Aber wenn wir alle aufeinander Rücksicht nehmen und offen ansprechen was einem auf der Seele brennt, sehe ich keinerlei Probleme“. 

Auch Maximilian-Westphal ist Feuer und Flamme wenn er an den Segeltörn denkt. „Ich bin schon jetzt richtig aufgeregt, vor allem weil ich im letzten Jahr auf dem Bodensee einen Segelkurs mitgemacht habe – und jetzt so ein großes Schiff. Allerdings zeigt sich der jugendliche sehbehinderte Rollstuhlfahrer auch nachdenklich: „Ich weiß zwar dass das Schiff barrierefrei ist, aber dennoch kann ich mir nicht wirklich vorstellen, welche möglichen Einschränkungen mich an Bord erwarten. „Aber ich denke, wir sind alle gute Teamplayer und einer hilft dem anderen“, wischt er seine Bedenken auch sofort wieder weg. 

Eines ist den Beteiligten klar, eine bequeme Reise wird es nicht. Vielmehr geht es um die konsequente Beteiligung am Schiffsbetrieb, die unterstützt wird durch die Herausforderung, das Gemeinschaftserlebnis, die Bewegung und nicht zuletzt auch Spaß und Abenteuer.