Aufregende Tage gehen zuende – Abschiedsschmerz bei Excellence

Es waren aufregende zwei Wochen in Canterbury bzw. London für die Teilnehmer des BSNW-Projektes Excellence. Nicht nur sahen die Hoffnungen im Behinderten- und Regelsport mitreißende Wettkämpfe und überragende Leistungen in London, auch die gemeinsame Zeit in der Stadt oder auf dem Campus in Canterbury wird in Erinnerung bleiben.
Das Konzept des Projekt-Auftaktes, nämlich behinderte und nicht behinderte Sportler zusammenzubringen, Barrieren abzubauen, Freundschaften zu knüpfen und dabei das paralympische Flair zu erleben, ging voll und ganz auf. Die Gruppe ging offen aufeinander zu und eventuelle Bedenken wurden schnell verworfen, der gemeinsame Sport machte allen Spaß, und bei den Ausflügen wurde trotz vielen Herumalberns immer Rücksicht aufeinander genommen.
Langeweile kam bei dem straffen Programm nicht auf, und auch wenn die Müdigkeit immer größer wurde, behielten die Teilnehmer stets ihre gute Laune und genossen das Megaereignis in vollen Zügen. Wie Angelina Baldus in ihrem Sechszeiler für die Camp-Rallye schrieb:

Paralympics, für alle eine Faszination,
darum hieß es: Ab ins Stadion.
Bronze, Silber, Gold war alles mit dabei,
doch es ging viel zu schnell vorbei
Es wurde geklatscht, geschrien, gespielt und gelacht,
es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. 

Obwohl sich sicherlich viele auf ein bisschen Schlaf freuen, finden es doch alle schade, dass die Zeit in England schon vorbei ist. Heute Abend findet bei Gegrilltem noch eine kleine Abschlussfeier statt, bei der die Sieger der Rallye gekürt, kleine Show-Einlagen von den Betreuern und Teilnehmern aufgeführt werden, sowie das in der Woche von der Gruppe gedrehte Video „Call me maybe“ Weltpremiere feiert. Natürlich wird auch die Abschlussfeier der Paralympischen Spiele im Public Viewing verfolgt. Morgen Vormittag geht es dann wieder in Richtung Heimat.

"Supermänner" nehmen Abschied

 

Zum Schluss wurde es dann auch noch literarisch

Gedichte Excellence

   

    Dennis Riedl und Selina Harzheim 

Ein Ode an London

Hochmotiviert und mit großer Wonn‘
Fuhren wir zu den Paralympics nach … Canterbury.
Schon am zweiten Abend schon vor der Heia
Gab es zur Eröffnung eine große … Gratis-Shampooflasche.
Es gewannen meistens die Briten,
die Deutschen waren eher … auch sehr gut. 

In London kauften wir viel Kitsch,
leider gab es dabei zu oft zu oft Sand-…im Getriebe.
Morgens trieben wir Sport in der Halle,
mit machten dabei natürlich … weder Queen, noch Prinz Harry.
Bisher war es eine schöne Zeit,
für Exklusion sind wir nun…nicht mehr zu haben.

 

    Sarah Fischer 

Mit Chicken and Rice hat alles begonnen,
leider ist die Zeit schon viel zu schnell verronnen.
Awesome waren die zwei Wochen,
viele Rekorde wurden gebrochen.
Viele Medaillen wurden errungen
Und „Call me maybe“ mit Freude gesungen. 

        Dennis Schatilow

Im Zeichen der Inklusion
War London die erste Station.
Schnell gab es spontane Aktionen
An so manchen U-Bahn Stationen.
Und wenn‘s dann echt unlustig war,
kam Klaus, unser Superstar. 

 Annika Lindau 

Von Pontoon Dock bis Stratford Station
Gab es niemals viel frustration. (engl.)
Ob Vorfreude auf die großen Spiele,
oder Feierung der deutschen Siege:
Gute Stimmung gab’s an vielen Orten,
es war awesome, awesome, awesome! 

 Angelina Baldus 

Unsere Fahrt

Paralympics, für alle eine Faszination,
darum hieß es: Ab ins Stadion.
Bronze, Silber, Gold war alles mit dabei,
doch es ging viel zu schnell vorbei.
Es wurde geklatscht, geschrien, gespielt und gelacht,
es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. 

 

 Meike Kielmann 

Der BSNW goes London,
und was lernen wir davon:
Canterbury bietet Sport und Spaß,
in London gibt man immer Gas.
Die Sonne scheint hier hell und heiß
Und: Chicken and Rice tastes so nice. 

 

 

Weltrekorde in der Schwimmhalle - Aufregung und Umzug in Canterbury

Auch gestern waren Excellence- Teilnehmer wieder in London bei Wettkämpfen und erlebten in der Schwimmhalle und im Olympic Stadium erneut Spitzenleistungen. Gestern war der Abend der deutschen Schwimmer: Kirsten Bruhn holte deutsches Gold über 100m Brust und zum ersten Mal ertönte im Aquatics-Centre die deutsche Nationalhymne. Niels Grunenberg erschwamm Silber über die gleiche Strecke in der SB5, Torben Schmidtke und Christoph Burkard sicherten mit Silber und Bronze gleich zwei Medaillen über die 100m Brust in der SB6.

Doch nicht nur in der Schwimmhalle war ordentlich was los: Im Leichtathletik-Stadion erlebte die Excellence- Gruppe hautnah mit, wie die deutsche 4x100m Staffel schließlich hinter den Südafrikanern mit Superstar Oscar Pistorius und China Bronze zugesprochen kam, weil zwei vor ihnen liegende Teams disqualifiziert wurden.

Für die in Canterbury gebliebenen Sportler gab es einen gemütlichen Nachmittags-Ausflug in die Bischofs-Stadt, doch die Ruhe sollte nicht lange bleiben. Als es zurück auf die Zimmer ging, wurde vor Dominik Gresens Tür ein mysteriöser Wasserfleck entdeckt. Im Zimmer lief kein Wasser, von der Decke tropfte auch nichts, doch die Lache wurde immer größer. Also wurde zuerst die Campus Security gerufen, die nach einigen ratlosen Blicken einen Klempner rief. Die Ursache war bald gefunden: Die Toilette leckte, ein Problem, dass in der Nacht nicht mehr behoben werden konnte. Also wurde Dominik das Wasser abgedreht und ein Umzug war nicht mehr zu umgehen. Die Taschen wurden gepackt und zur Hauptrezeption geschleppt, wo die Campus Security krampfhaft ein freies Zimmer suchte. Nachdem zwei Engländer aus ihren Betten geschmissen wurden, weil mitten in der Nacht die Security in ihrem Zimmer stand und erstaunt war, dass es belegt war, wurde nach langer Sucherei schließlich doch noch ein freies Ersatzzimmer gefunden. „In einem solchen Fall hilft nur lächlen und winken“, meinte Dominik und bezog sein neues Domizil. Heute freuen sich alle Teilnemher auf den Auftriit von Oscar Postorius im 100m Finale T44

Kultur pur - Besuch der nahen Bischofsstadt Canterbury

 


 

Impressionen eines Wettlkampftages im Aquatics-Center

 Mit dem gebührender Respekt bei derenglischen Nationalhymne 

  Gute Laune, auch wenn es mal keine Medaillen für das deutsche Team gab: Timor und Dennis

 

  Unter dem Logo der Paralympics

 


 

Der Text der Nationalhymne sitzt – Excellene bejubelt Tischtennis Goldmedaille

 

Es war einmal eine kleine deutsche Gruppe in der ExCel-Arena, die der britischen Dominanz erbitterten Widerstand leistete – und zuletzt am besten lachte: Im großen Finale der Klasse 7 zwischen dem amtierenden Paralympics-Sieger Jochen Wollmert und dem Lokalmatador und Europameister Will Bayley setzte sich der Deutsche mit einer spektakulären Leistung durch und verteidigte seinen Titel von Peking.

Mittendrin eine Abordnung der Excellence- Teilnehmer, die ordentlich Stimmung für den deutschen Paralympioniken machte. Das zeitgleich stattfindende „kleine Finale“ der Ukrainer am Nebentisch ging in dem Trubel fast unter.“Unglaublich“, ein anderes Wort fand die Speerwerferin Viktoria Grammatke nicht für die Leistung Wollmerts. Dieser ließ dem Briten nur einen Satz und machte das Spiel Bayleys einfach zu seinem Finale. Anschließend tröstete der alte und neue Paralympics-Sieger den am Boden liegenden Silbermedaillen-Gewinner und feierte schließlich mit ihm und der gesamten Halle gemeinsam den Sieg. Die Excellence-Teilnehmer waren völlig aus dem Häuschen und blieben bis zur Siegerehrung ,die erst einige Stunden später stattfand, in der Halle, um Wollmert gebührend zu feiern.

 

"Goldjunge" Jochen Wollmert mit seinem Trainer Hannes Dösseler

Auch morgen stehen im Tischtennis noch Entscheidungen an, in denen Deutschland Chancen hat und einige Camp-Teilnehmer haben das Privileg, auch hier dabei sein zu dürfen. Sie fahren gemeinsam mit den Sitzvolleyballern in die ExCel-Arena, die morgen ebenfalls das deutsche Team anfeuern werden. Der Rest der Gruppe macht sich einen gemütlichen Tag auf dem Campus und sammelt Kräfte, um die deutschen Paralympics-Starter an den kommenden Tagen auch noch ordentlich anfeuern zu können. Es steht gemeinsames Training und ein Ausflug nach Canterburg auf dem Plan.

 

Keep smiling - das war leicht dank Gold für Deutschland

 

Das ExCell-Stadion im abendlichen Glanz

 


 

Gänsehaut-Feeling im Leichtathletik-Stadion
Excellence-Teilnehmer erleben deutsches Double im Weitsprung

Eigentlich hatten die Betreuer ihren Excellence-Teilnehmern heute einen freien Vormittag gegönnt – Ausschlafen und relaxen stand auf dem Programm. „Ich hatte extra ein Buch mit in die Halle genommen, da ich nicht dachte, dass nach dem langen Tag gestern jemand unser tägliches Sportprogramm in Anspruch nimmt“, schmunzelt Leichtathletik-Trainerin Sara Mezzi. Doch Pustekuchen: Immerhin fünfzehn hochmotivierte Sportler schafften den Weg in die Sporthalle und absolvierten ihr vormittägliches Training.

Am Nachmittag ging es für einen Großteil der Gruppe bereits wieder nach London, wo der Besuch von Schwimm- und Leichtathletik Wettkämpfen auf dem Programm stand. Einige Teilnehmer verbrachten den Nachmittag aber auch in Canterbury und erkundigten gemeinsam die Stadt des Erzbischofs von England.


Den London-Fahrern wurde im Trubel rund
um den Olympic Park bewusst, dass spätestens heute mit den Paralympics ein echtes Mega-Event stattfindet: Aufgrund der riesigen Menschenmengen gestaltete sich der Weg zu den Wettkampfstätten heute etwas länger. Doch die Gruppe half sich gegenseitig, jeder achtete auf jeden und so ging niemand verloren und alle kamen mit bester Laune bei den Wettkämpfen an. Ein besonderes Highlight für die Nachwuchs-Athleten war der Weitsprung-Wettkampf: Der Leverkusener Markus Rehm verbesserte seinen eigenen Weltrekord vor ausverkauftem Olympic Stadium mit jedem Sprung und wurde schließlich mit einer sensationellen Weite von 7,35m Paralympics-Sieger, Wojtek Czych aus Wattenscheid gewann Silber und Rehms Teamkollege aus Leverkusen, Heinrich Popow, verpasste nur knapp das deutsche Triple und wurde Vierter. Die Excellence-Teilnehmer waren begeistert von der Atmosphäre im Stadion und kehrten aufgeregt und jubelnd zum Bus zurück – natürlich nicht, bevor Autogramme von den deutschen Stars geholt wurden.

 


 

Das Paralympics-Fieber bricht aus

Excellence-Teilnehmer besuchen erste paralympische Wettkämpfe

Endlich ging es wirklich los. Nachdem die Jugendlichen des BSNW-Projektes Excellence gestern bereits hautnah bei der Eröffnungsfeier dabei waren und den Athleten sämtlicher Nationen zujubeln konnten, wurden heute bereits die ersten Wettkämpfe besucht. Sitzvolleyball und Schwimmen standen für einen Teil der Gruppe auf dem Programm.

„Machen die beim Rückenschwimmen etwa Delphin-Kicks?“, fragte Carl Niemeyer, ein nichtbehinderter Excellence-Teilnehmer, angesichts der Rückentechnik der Schwimmer ohne Arme erstaunt. Tatsächlich, im paralympischen Sport war doch einiges neu für das Nachwuchstalent, das über seinen Kumpel, den BSNW Schwimmkader-Athleten Hannes Schürmann, in das Projekt gekommen war. Bereits kurz nach den ersten Eindrücken gab es mit Sebastian Iwanows Bronzemedaille über die 100-m-Rücken die erste deutsche Medaille zu bejubeln und die Stimmung im Londoner Aquatic Center und der Excellence-Delegation war gigantisch. Die BSNW-Talente feuerten ihre Freunde und Bekannten aus dem Starterfeld lautstark an, konnten auch Kirsten Bruhns Silbermedaille noch feiern und erlebten sogar die ersten Weltrekorde mit.

Auch die Sitzvolleyballer der Gruppe, die bereits am Morgen nach London fuhren, waren begeistert von ihren ersten Erlebnissen in der ExCel-Arena. Deutschland spielte heute noch nicht, doch großer Sport wurde trotzdem geboten und das paralympische Flair lag überall in der Luft. Der erste Wettkampftag hat eindeutig Lust auf mehr gemacht.

Für den Rest der Gruppe startete die paralympische Zeit langsam: Am Morgen trainierten die Teilnehmer gemeinsam in den Sportanlagen der Universität von Kent und verschafften sich am Nachmittag einen ersten Eindruck von London. Das gemeinsame Training verlief genau so, wie es sich von Excellence erhofft wurde: Behinderte und nichtbehinderte Sportler trainierten wie selbstverständlich zusammen im Kraftraum, machten Zirkeltraining und bestritten im Tischtennis sogar schon die ersten Matches gegeneinander.

Auch in den nächsten Tagen steht viel Sport auf dem Programm, natürlich nicht nur in der aktiven Form: Morgen starten auch die Leichtathletik-Wettkämpfe, die ebenfalls von  Excellence besucht werden. Aber auch das gemeinsame Erkunden der Gastgeberstadt London wird nicht zu kurz kommen.

 

Excellence-Fans

 

Gruppenbild mit Volunteers

 


 

Kennenlernen beim gemeinsamen Sport in Köln

Schon beim ersten Kennenlernen in Köln herschte bei den Excellence Teilnehmern gute Stimmung 

 In anderthalb Wochen beginnt für die dreißig Excellence- Teilnehmer eine aufregende Zeit: Am 28. August starten die Nachwuchstalente zu den Paralympischen Spielen nach England.

  

Die Vorfreude der Nachwuchssportler auf England ist groß

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Jugendlichen und ihre Betreuer erstmals zum Kennenlernen im Gästehaus der Deutschen Sporthochschule Köln. Bei Sport, Spielen und Gesprächen in schönstem Sonnenschein war das Eis zwischen den Teilnehmern schnell gebrochen: Die Gruppe fand sich gut zusammen und hatte viel Spaß - quer durch alle Sportarten, Einschränkungen hin oder her. Natürlich erhielten die Gruppenmitglieder nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Geschäftsführer des BSNW, Jupp Dahlmanns, auch erste Informationen zu Unterbringung und Ablauf des Camps. In England bewohnen die Projekt-Teilnehmer Zimmer auf dem Campus der University of Kent in Canterbury, wo sie auch die Möglichkeit haben, gemeinsam zu trainieren.

 

University of Kent

 

Nach einem gemütlichen Abend auf den Jahn-Wiesen gingen die Excellence-Teilnehmer am Sonntagvormittag wieder auseinander –doch nicht für lange. Bereits am Dienstag, den 28. August 2012, machen sich die Jugendlichen mit ihren Betreuern auf den Weg zu zwei spannenden Wochen in England