„Gelebte Inklusion"

Hier finden Sie den Projektflyer.

Am 29.03.2009 trat die UN Behindertenrechtskonvention in Kraft. Diese Konvention will Menschen mit Behinderungen davon befreien, sich selbst als „defizitär" sehen zu müssen. Die Konvention beabsichtigt vielmehr, die Gesellschaft von einer falsch verstandenen Gesundheitsfixierung zu befreien, durch die all diejenigen an den Rand gedrängt werden, die den Imperativen von Fitness, Jugendlichkeit und permanenter Leistungsfähigkeit nicht Genüge tun. Während in Deutschland bis zur Verabschiedung der Konvention immer von Integration gesprochen wird, wird ab sofort einen Schritt weiter gegangen und die soziale Inklusion verlangt. Das bedeutet, dass die Betroffenen im vollen Umfang auf allen Ebenen an allen gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen und dabei Autonomie und Unabhängigkeit wahren können. Die Gesellschaft soll sich auf die Bedürfnisse der Betroffenen einstellen und nicht umgekehrt den Betroffenen ihre Bedürfnisse an den Notwendigkeiten der Gesellschaft ausrichten.

Die abstrakten Inhalte dieses Meilensteins für Menschen mit einer Behinderung übertragen wir in die Realität und zeigen auf wie behinderte und nicht-behinderte Schüler (14-16 Jahre) sich auf den Weg nach London machen. Ihr Ziel: die Paralympics.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung werden die Vorbereitungen gemeinsam getroffen. Die Jugendlichen bereiten sich einerseits auf das sportliche Großereignis vor und andererseits auf ihren Aufenthalt in der britischen Hauptstadt. Es gilt Aktivitätspläne zu erstellen, Ausflüge vorzubereiten, die Geschichte des Landes aufzuarbeiten, die Historie der Paralympics zu beleuchten, die paralympischen Sportarten kennenzulernen, kurzum das Projekt wird gemeinsam und gleichberechtigt mit Leben gefüllt.

Gemeinsames Lernen, voneinander lernen und auch übereinander lernen kann dazu beitragen das Leben jedes Einzelnen zu bereichern und so eine gesellschaftliche Gemeinsamkeit zu gestalten.

Damit soll auch die pädagogische Diskussion im Bereich „inclusive education" bereichert werden.

Der Weg:

  1. Kooperation zwischen einer Förderschule, einer Regelschule und einem Behinderten-Sportverein (Rheinische Förderschule Oberhausen - Sterkrade – Gesamtschule Weierheide Oberhausen – Behindertensport Oberhausen e.V.)
  2. Gründung einer Arbeits- und Projektgruppe zur Planung, Durchführung und Nachbereitung des Projekts (auch unter Einbeziehung des Netzwerks FACEBOOK). Die Gruppe trifft sich seit August 2011!
  3. Fortführung der Partnerschaft nach den Paralympics 

Leitung: Die o.a. Schulen und der Verein (BS Oberhausen) stellen eine Gruppe aus je 20 SchülerInnen mit und ohne Behinderung zusammen. Ein Team von 10 Betreuern und Pädagogen begleiten das Projekt.

Umsetzung „Inspiration" – Projektlernen und Projektarbeit als Möglichkeit der Planung und Durchführung

"Ein Projekt stellt den gemeinsam von Lehrern, Schülern, hinzugezogenen Eltern, Experten usw. unternommenen Versuch dar, Leben, Lernen und Arbeiten derart miteinander zu verbinden, dass ein gesellschaftlich relevantes, zugleich der individuellen Bedürfnis- und Interessenlage der Lehrer und Schüler entsprechendes Thema oder Problem innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers aufgearbeitet werden kann. Der Arbeits- und Lernprozess, der durch die Projektidee ausgelöst und organisiert wird, ist dabei ebenso wichtig wie das Handlungsergebnis oder das Produkt, das am Ende des Projektes stehen soll. " (MEYER 1988, 144)

Ausgangspunkt: Jugendliche sind sportbegeistert und haben schon Erfahrungen im gemeinsamen Sporttreiben von Menschen mit und ohne Behinderung. Die Paralympics London 2012 sind für SportlerInnen mit Behinderung der Höhepunkt ihres leistungssportlichen Engagements in 2012. Beeindruckende Leistungen sind Ausdruck der Leistungsfähigkeit von Menschen mit Behinderung. Die Faszination der Paralympics begeistert. Dadurch motiviert, möchte eine Gruppe von 20 behinderten und 20 nicht behinderten Jugendlichen die Paralympics in London 2012 besuchen.

Organisatorische Rahmenbedingungen: Der BSNW unterstützt die Gruppe in allen organisatorischen Fragen. Kostenvoranschläge von Busunternehmen liegen z.B. vor, Angebote für die Unterbringung sind angefordert – Unterbringungssituation ist noch nicht abschließend geregelt. Die Ticketpreise sind seit dem 17.6.11 bekannt, Ticketbestellungen erfolgen bis zum 29.6.11. In der Unterbringungsfrage sind Verbindungen zu Unternehmen im UK eingeschaltet, ebenso die englischen Partner des Lions Club Duisburg u.a.m.

Medienpartner: Mit dem Chefredakteur der NRZ wurde eine „Medienpartnerschaft" für das Gesamtprojekt „Tribute…" vereinbart; Einzelheiten werden noch verhandelt. Die Zeitschrift „Glück" von Westlotto wird ebenfalls in die öffentliche Darstellung als Medienpartner einbezogen. WDR Fernsehen (Lokalzeit) wurde angeschrieben, noch kein Ergebnis.

Partner in Oberhausen: Mit dem Berufsförderungswerk (BFW) in Oberhausen bestehen langjährige Beziehungen. Das BFW ist bereit für die öffentliche Bekanntmachung des Vorhabens einen Raum und Catering bereitzustellen. Das Angebot sollte genutzt werden, um sowohl das Projekt der Öffentlichkeit zu präsentieren als auch Fundraising-Maßnahmen durchzuführen (Anfang bis Mitte November).

Weitere Partner in Oberhausen sowie die Stadt (OB u.a.) als auch Förderer und potentielle Förderer sollten in die Maßnahme eingebunden werden.

Erwartungen an die Gruppe: Der BSNW möchte mit dem Projekt „Inspiration" aufzeigen, wie „Inklusion" gelebt werden kann. Gemeinsames Planen und Lernen, voneinander lernen und übereinander lernen soll das Projekt kennzeichnen. Im Mittelpunkt stehen die Jugendlichen, die ihr Projekt nicht nur theoretisch angehen sondern auch praktisch umsetzen. Die Betreuer (Lehrer und Mitarbeiter des BS Oberhausen, des BSNW) tragen Mitverantwortung, sie begleiten und beraten die Gruppe.

Projektlernen stellt an alle Beteiligten hohe Anforderungen. PL orientiert sich an den Interessen der Beteiligten (die mit diesem Projekt hoffentlich getroffen werden)und hat gerade bei „Inspiration" eine hohe gesellschaftliche Praxisrelevanz. Selbstorganisation und Selbstverantwortung in der Entwicklung der Problemlösung (gemeinsamer Besuch der Paralympics und Londons) werden motivierend wirken. Neben einer fächerübergreifenden Herausforderung (Sport, Englisch, Geografie, Geschichte, Politik, u.a.) in der Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Paralympics, ihrer Bedeutung, dem Gastland England, der Stadt London u.a.m. wird soziales Lernen im Vordergrund stehen. Die Reise einer Gruppe aus behinderten und nicht behinderten Jugendlichen stellt unterschiedliche Anforderung an die Reiseplanung und Unterbringung (Barrierefreiheit u.a.m.), Planung von Besuchen von kulturellen Sehenswürdigkeiten u.a.m. Die Einbeziehung der englischen Partner stellt einen zusätzlichen Höhepunkt dar und macht weiteres Engagements über die Gruppe „Oberhausen" hinaus erforderlich. Eine Herausforderung, die über den Schulalltag hinausgeht, wird auch die Vorstellung des Vorhabens in der Öffentlichkeit sein, ebenso die Notwendigkeit finanzielle Ressourcen zu planen und zu akquirieren. Der Gruppe bleibt es überlassen, ob sie bestimmte Anforderungen oder Aufgaben in Arbeitsgruppen entwickeln oder erledigen möchte, sich Helfer sucht oder auch unkonventionelle Wege einschlägt, um sich dem Projektziel zu nähern. Neben regelmäßigen Arbeitssitzungen wird die Kommunikation untereinander und mit den Betreuern von großer Bedeutung sein. Informationsbereitstellung (Literatur, Internet, Materialien) und Möglichkeiten des Austauschs (z.B. auch über Internet) sollen der Gruppe angeboten werden.

 

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